Ökogas KlimaPlus

oekogas-logo

Erdgas ist der sauberste fossile Brennstoff, den es gibt. Dennoch werden selbst beim Verbrauch von Erdgas gewisse Mengen Kohlendioxid (CO2) frei – das lässt sich nicht vermeiden. Durch den Gasverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses von 25.000 kWh entstehen etwa fünf Tonnen CO2 pro Jahr.

 

Da Treibhausgase eine globale Wirkung haben, können diese Emissionen durch die Förderung von Emissionsminderungsprojekten ausgeglichen werden. Bei solchen Projekten (sie finden meist in Entwicklungsländern statt) werden im Vergleich zur Nutzung konventioneller Energieträger oder energieintensiver Technologien weniger Treibhausgase ausgestoßen. Diese Einsparungen können zum Emissionsausgleich genutzt werden. Das heißt, die Emissionen, die durch Ihren Erdgasverbrauch entstehen, werden durch Einsparungen an anderer Stelle neutralisiert.

Klimaschutzprojekte reduzieren nicht nur den CO2-Ausstoß, sie sorgen auch für Technologietransfer, nachhaltige Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze und verbessern den Lebensstandard in Entwicklungsländern.

Fragen und Antworten zu KlimaPlus

Erdgas, Bio-Erdgas, CO2-neutrales Erdgas - was ist der Unterschied?

Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, der in unterirdischen Lagerstätten − häufig zusammen mit Erdöl − vorkommt. Bioerdgas wird durch die Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt. Biomasse, darunter versteht man zum Beispiel Bioabfall, Speisereste, Gülle, Mist sowie ungenutzte Pflanzen bzw. Pflanzenteile, aber auch gezielt angebaute Energiepflanzen (nachwachsende Rohstoffe). Bioerdgas wird vor Ort auf absehbare Zeit nicht für alle Haushalte in ausreichender Menge produziert werden, und selbst wenn, wären die Kosten hoch. CO2-neutrales Erdgas ist nicht nur viel günstiger als Bioerdgas, sondern auch jederzeit in der gewünschten Menge verfügbar. Wenn der Kunde CO2-neutrales Erdgas bezieht, erhält er weiterhin konventionelles Erdgas. Jedoch werden die bei der Nutzung entstehenden Emissionen durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen.

Wie funktioniert Klimaneutralität, d.h. der Ausgleich von Emissionen?

Die durch den Verbrauch von Erdgas freigesetzten Emissionen werden durch CO2-Minderungen an anderer Stelle ausgeglichen. Das funktioniert deswegen, weil sich sowohl der Ausstoß als auch die Vermeidung von Treibhausgasen global auf das Klima auswirken. Deswegen sind CO2-Einsparungen in Entwicklungsländern genauso wertvoll für den Klimaschutz wie Emissionsminderungen bei uns in Europa.

Welche Projekte werden gefördert?

Mit dem Bezug von CO2-neutralem Erdgas werden erneuerbare Energie- oder Energieeffizienzprojekte unterstützt, zum Beispiel Windparks, Solar- und kleine Wasserkraftanlagen, Energiegewinnung aus Biomasse (Abfälle oder nicht verwertbare Pflanzenteile), Brennstoffwechsel zu saubereren Energieträgern, Methanvermeidung, Energiegewinnung aus Müll und Wiederaufforstung bzw. das Verhindern von Abholzung.

Die MainKinzigGas fördert Projekte wie:

  • Indien: Sauberes Biogas für 4.265 Haushalte
  • Kenia: Wasseraufbereitung  – 18.000 Liter Trinkwasser mit nur einem Filter
  • Deutschland: Grubengas kann mehr als schädlich sein

Welche Qualitätskriterien müssen die Klimaschutzprojekte erfüllen?

First Climate, unser Partner für Klimaschutzprojekte, arbeitet eng mit unabhängigen Sachverständigen wie dem TÜV zusammen, die bei dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) als Gutachter akkreditiert sind. Diese Umweltgutachter prüfen und bescheinigen, dass die von uns geförderten Projekte sowohl nachhaltig und ökologisch sinnvoll sind als auch international anerkannten Standards entsprechen. Die beiden anspruchsvollsten Standards sind der Gold Standard und der Voluntary Carbon Standard (VCS). Beide orientieren sich eng am Reglement des CDM (Clean Development-Mechanismus) gemäß Kyoto-Protokoll. Emissionsminderungen aus Projekten, die gemäß Gold Standard oder VCS geprüft und verifiziert werden, müssen

  • real
  • messbar
  • dauerhaft
  • zusätzlich
  • von unabhängigen Dritten geprüft und
  • transparent sein.

Dabei ist die sogenannte Zusätzlichkeit das wichtigste Kriterium. Zusätzlichkeit bedeutet, dass diese Projekte ohne die Unterstützung durch das Produkt KlimaPlus nicht durchgeführt werden könnten. Unsere Kunden sollen schließlich nicht für etwas bezahlen, was auch ohne ihren Beitrag realisierbar wäre. (Der Gold Standard hat neben den hier genannten Aspekten noch zusätzliche formale, soziale, technische und methodologische Kriterien.)

Geht das nicht billiger?

Saubere Luft ist ebenso unverzichtbar wie Wasser und Brot. Deswegen haben Emissionen einen Preis. Das schärft unser Umwelt- und Kostenbewusstsein und schafft so einen Anreiz, unseren Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Warum finden die Projekte größtenteils im Ausland statt?

CO2-Neutralität durch die Förderung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern ist dann besonders glaubwürdig, wenn wir auch hier bei uns Energie sparen und Energieeffizienzmaßnahmen durchführen, denn natürlich müssen auch wir in Europa den Treibhausgasausstoß senken. Der Aufpreis des Produktes KlimaPlus wird jedoch dort investiert, wo es die größte Wirkung für den Klimaschutz hat: in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort können mit dem gleichen finanziellen Aufwand wesentlich größere CO2-Einsparungen erzielt werden als in Europa, denn die Anlagen in Industrieländern arbeiten schon weitgehend energieeffizient.

Zudem sorgen die von uns geförderten Projekte für einen Technologie- und Wissenstransfer in Entwicklungsländern, ermöglichen nachhaltige Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze und können die sozialen, ökologischen und hygienischen Bedingungen vor Ort verbessern.

Und weil Treibhausgase global wirken, haben Emissionsminderungen im Ausland den gleichen Effekt für das Klima wie Einsparungen bei uns. Deswegen sind CO2-Einsparungen in Entwicklungsländern genauso wertvoll für den Klimaschutz wie Emissionsminderungen bei uns in Europa.

Warum nicht Bioerdgas nutzen?

Bioerdgas ist eine gute Alternative zu Erdgas. Es kann bei uns allerdings auf absehbare Zeit nicht für alle Haushalte in ausreichender Menge produziert werden, und selbst wenn, wären die Kosten hoch. CO2-neutrales Erdgas ist nicht nur viel günstiger als Bioerdgas, sondern auch jederzeit in der gewünschten Menge verfügbar.

Die verschiedenen Standards

Gold Standard

Der Gold Standard wurde unter Federführung des WWF ins Leben gerufen und ist der weltweit strengste Standard für Emissionsminderungsprojekte. Die vom Gold Standard zertifizierten Projekte senken nicht nur den Ausstoß von Treibhausgasen, sondern sind auch entwicklungspolitisch sinnvoll. Im März 2008 hat der Gold Standard ein Register eingerichtet, das Transaktionen von CO2-Gutschriften dokumentiert und nachvollziehbar macht. Der Gold Standard wird von über 60 Nichtregierungsorganisationen wie dem WWF, aber z.B. auch vom Bundesumweltministerium offiziell unterstützt.

Voluntary Carbon Standard

Der Voluntary Carbon Standard ist ebenfalls ein internationaler Standard zur Zertifizierung von Klimaschutzprojekten. Die Emissionsminderungen müssen real, messbar, permanent, zusätzlich, von unabhängigen Dritten (z.B. dem TÜV) geprüft, transparent und konservativ berechnet sein. Hinsichtlich des Volumens von CO2-Einsparungen und -gutschriften hat sich der VCS als mit Abstand wichtigster Standard für freiwillige CO2-Neutralisierung etabliert. Auch der VCS verfügt über ein Register, das allen Beteiligten während des gesamten Projektzyklus größtmögliche Sicherheit und Transparenz bietet.

MainKinzigGas investiert nur in Projekte mit VCS oder Gold Standard.